Bundeswehr und Wehrdienst: Jetzt wird es ernst
Elsa-Brändström-Schule Hannover .
Im Rahmen unseres Schulprojekts zum Thema Gleichberechtigung und Wehrpflicht auch für Frauen bekamen wir in der 10a besonderen Besuch: Kapitänleutnant Tim Döbler von der Bundeswehr war bei uns im Unterricht zu Gast.
Text: Finn Noah Tietz
Für viele von uns war das etwas ganz Neues, denn bisher hatten wir kaum Berührungspunkte mit der Bundeswehr. Umso spannender war es, aus erster Hand echte Erfahrungen zu hören. Zuerst stellte sich Herr Döbler vor und erzählte von seinem eigenen Werdegang bei der Marine. Er berichtete, wie er zur Bundeswehr gekommen ist, welche Ausbildung er durchlaufen hat und welche Aufgaben er im Laufe der Jahre übernommen hat. Besonders beeindruckend fanden wir seine Erzählungen über Auslandseinsätze. Dort hat er viele verschiedene Länder kennengelernt und in oft schwierigen Situationen Verantwortung übernommen. Man merkte, dass diese Erfahrungen ihn stark geprägt haben. Aktuell arbeitet er in der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Das bedeutet, dass er Schulen besucht, Fragen beantwortet und jungen Menschen erklärt, was der Auftrag der Bundeswehr eigentlich ist.
In seinem Vortrag ging er insbesondere auf die sicherheitspolitische Lage in Deutschland und Europa ein, die zunehmend durch hybride Angriffe und Desinformation geprägt ist. Gemeinsam wurde diskutiert, inwiefern solche Attacken auf die Verunsicherung und Destabilisierung liberaler Gesellschaften abzielen. Vor diesem Hintergrund, so Jugendoffizier Döbler, seien eine Vergrößerung der Truppe und die Einführung des neuen Wehrdienstes geplant. Zu Beginn wurde mit einem Blick ins Grundgesetz klargestellt, dass niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden kann und es vielfältige andere Möglichkeiten des gesellschaftlichen Engagements gibt, etwa im sozialen Bereich, im Zivil- oder Katastrophenschutz. Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage sei es jedoch notwendig, „sich verteidigen zu können, um sich nicht verteidigen zu müssen“. Im Anschluss erläuterte Kapitänleutnant Döbler die Eckpunkte des neuen Wehrdienstes und beantwortete zahlreiche interessierte Nachfragen, unter anderem zur Musterung, zum Leben auf See und zu bisherigen Einsätzen. Uns wurde klar, dass die Bundeswehr viel mehr macht, als wir vorher gedacht hatten. Für uns war der Besuch sehr hilfreich, weil das Thema für alle jungen Menschen irgendwann eine Rolle spielt. Es ist wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten und Anforderungen einen bei der Bundeswehr erwarten. Durch die persönlichen Berichte konnten wir uns ein viel besseres Bild machen als nur durch Informationen aus dem Internet oder aus Büchern. Insgesamt war es ein interessanter und informativer Unterrichtsbesuch, den wir auf jeden Fall weiterempfehlen würden.
Jugendoffiziere der Bundeswehr treten ausschließlich auf Einladung der Schulen als Expertinnen und Experten für Sicherheitspolitik auf. Ihre Aufgabe besteht in politischer Bildung im Sinne des Beutelsbacher Konsens; Karrierewerbung für die Bundeswehr ist ihnen ausdrücklich untersagt.